26/08/2026 0 Comments
St. Martini: Kirchweih und Abschied
St. Martini: Kirchweih und Abschied
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St. Martini: Kirchweih und Abschied
Das Kirchweihfest in St. Martini am Sonntag, den 23. August 2026, markiert eine Zäsur: der letzte Sonntagsgottesdienst, bevor die Kirche einer neuen Nutzung entgegengeht.
Doch was für ein Gottesdienst! Die Kirche war gesteckt voll, dank einiger noch schnell geholter Bänke mussten nicht allzu viele stehen. Neben Menschen aus der ganzen Pfarrei waren auch viele Mitglieder der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde, die ebenfalls in St. Martini regelmäßig Gottesdienst feiert, gekommen. Diese Vielfalt spiegelte sich auch in der Gestaltung wider: Nicht nur traditionelle Orgelmusik, sondern auch ein kleiner ukrainischer Chor (und eine Trompete und eine Geige) waren zu hören; Pfarrer Sadovyy konzelebrierte in der von Pfarrer Drapatz geleiteten Eucharistiefeier.
In seiner Predigt ließ Diakon Burkert auch seine persönliche Verbundenheit mit dem Kirchort spüren – seine Betroffenheit über die Schließung der Kirche können sicherlich viele teilen. Er sprach aber auch eindrücklich von der Dankbarkeit, dass sich die persönliche Glaubensgeschichte so vieler Menschen mit diesen Mauern verbinden durfte. Und er erinnerte – mit Blick auf das Tagesevangelium – daran, dass die Mitte der Kirche nicht ein Gebäude, sondern Christus selbst ist; auf Gott dürfen wir weiterhin bauen.
Das anschließende Fest konnte ein wenig an ein anderes Evangelium, nämlich das von der wunderbaren Brotvermehrung, erinnern: Obwohl es so viele waren, fanden alle im Garten hinter der Kirche Platz und wurden satt. Wenngleich die Organisatoren doch ein wenig vom Ansturm überrascht waren (natürlich positiv) … Als schnell noch weitere Brötchen für die Bratwürste geholt waren, hatte der Grillstand schon mangels Grillgut den Betrieb einstellen müssen. Die zahlreichen mitgebrachten Salate gingen ebenfalls zügig weg, doch zum Glück konnten die Lücken in den Mägen noch durch das ebenfalls sehr reichhaltige Kuchenbuffet geschlossen werden.
Das angenehme Wetter sorgte ebenfalls für gute Stimmung. Ins Gespräch kommen konnte man auch mit der neuen Gemeindereferentin der Pfarrei, Katrin Langer, die die Gelegenheit ebenfalls nutzte, um sich vorzustellen.
Reges Interesse fand der Großbildschirm, auf dem in Dauerschleife Bilder aus der und um die Martini-Gemeinde aus den letzten Jahrzehnten gezeigt wurden. Ein Aufruf, Bilder zur Verfügung zu stellen, hatte in den letzten Monaten große Resonanz gefunden. Herausgekommen ist ein dickes Fotobuch, in dem Fotos von den 1930er Jahren bis zur Gegenwart zusammengestellt sind; die Herausforderung bestand angesichts der Fülle des Materials vor allem darin, sich auf ein einziges Fotobuch zu beschränken. Verteilt wurde das Fotobuch dann nach der Andacht, mit der das Kirchenweihfest endete.
Zwar laufen die Mittwochsgottesdienste noch weiter, bis das Patronatsfest am 11.11. den endgültigen Schlusspunkt setzt, doch die Sonntagsgemeinde muss sich schon jetzt in der Innenstadtpfarrei neu orientieren. Kontakte zu den anderen Kirchorten sind längst geknüpft, einige Traditionen aus St. Martini sollen in St. Severi weiterleben – der Ambo mit der Martinsfigur ist bereits da!
Dennoch: Es ist kein leichter Abschied und Neubeginn – aber man kennt und sieht sich! Das hat das Kirchweihfest bereits bewiesen.
Text und Bilder: Martin Hochholzer
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