Die Kirche St. Nicolai und Jacobi ist eine stille Oase im Trubel rund um Wenigemarkt und Krämerbrücke. Das romanische Gebäude mit seinem barocken Portal bietet seinen Besuchern einen ruhigen Platz für Gebet und Besinnung – ein unerwarteter Ruhepol mitten in der Altstadt.
Als ehemalige Klosterkirche des mittelalterlichen Schottenklosters St. Jakob gehört sie zu den ältesten Sakralbauten Erfurts. Ursprünglich wurde sie im 12. Jahrhundert von irischen Benediktinermönchen gegründet und bis etwa 1200 als dreischiffige Basilika errichtet. Sein Name „Schottenkirche“ geht auf diese mittelalterliche Tradition zurück, auch wenn „Schotten“ hier historisch eher „Iren“ meint.
Über die Jahrhunderte hat das Bauwerk mehrere Brände und Wiederaufbauten erlebt. Beim Stadtbrand 1472 wurde ein Teil zerstört und anschließend in gotischen Formen wiedererrichtet. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche ihre markante barocke Westfassade und im Turm eine barocke Haube.
Das Innere spiegelt diese bewegte Geschichte: Eine Mischung aus romanischen Strukturen, gotischen Elementen und barocken Veränderungen prägt den Raum. Im 20. Jahrhundert fanden umfangreiche Sanierungen statt – unter anderem die Restaurierung der ursprünglichen Fußbodenniveaus und eine einheitliche Verglasung nach Entwürfen von Charles Crodel, ähnlich jener im Erfurter Dom.
Heute gehört St. Nicolai und Jacobi der Pfarrei St. Laurentius und wird für Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
kommende Gottesdienste
Hauptportal der Schottenkirche
Innenraum der Schottenkirche St. Nicolai und Jacobi
Blick auf die Schottenkirche vom Turm der Aegidienkirche