3plusWIR - Pfarrei St. Laurentius

Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 25. Februar 2026

7minusX - 3plusWir: Transformation in der Erfurter Innenstadt

Was ist der Prozess?

Der Prozess „7minusX“ der Erfurter Innenstadtpfarrei St. Laurentius ist ein innovativer und mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannter Transformationsprozess innerhalb der katholischen Kirche im Bistum Erfurt. Es handelt sich dabei nicht nur um eine kleine Reform, sondern um eine grundlegende Neuausrichtung des kirchlichen Lebens. 7minusX ist der mutige Versuch, durch das Loslassen von „toten Steinen“ wieder Kapazitäten für „lebendige Steine“ – die Menschen und die Pastoral – zu gewinnen. So wurde der Prozess 7minusX in 3plusWir umbenannt: Wir, die Innenstadtpfarrei St. Laurentius, wollen mit drei Kirchen unseren Glauben aktiv leben.

Die Ausgangslage: Warum „7minusX“?

Die Pfarrei St. Laurentius entstand 2017 durch die Fusion mehrerer Innenstadtgemeinden. Sie verfügte über sieben, zum großen Teil mittelalterliche Kirchengebäude in der Erfurter Altstadt.

 

Die Herausforderung:

Sinkende Mitgliederzahlen sowie stetig wachsende Instandhaltungs- und Energiekosten machten es unmöglich, alle sieben Standorte als voll funktionsfähige Gemeindekirchen zu erhalten, ohne die eigentliche Seelsorge finanziell auszubluten.

 

Erklärung „7minusX“

Die mathematische Formel des Wandels setzt sich wie folgt zusammen:

  • Die Zahl 7 steht für die ursprünglichen sieben Kirchenstandorte: Crucis-Kirche, St. Georg, St. Lorenz, St. Martini, Schottenkirche (St. Nikolai & Jacobi), St. Severi und St. Wigbert.
  • Das „Minus“ als Realitätscheck: Der Prozess erkennt schmerzhaft, aber ehrlich an, dass die Pfarrei auf Dauer nicht alle sieben Immobilien unterhalten, personell besetzen und mit Leben füllen kann.
    • Gebäude: Laufende Kosten und Instandhaltungbinden enorme finanzielle Mittel.
    • Präsenz: Wenn sich eine schrumpfende Gemeinde auf sieben Orte verteilt, wirkt das Gemeindeleben oft fragmentiert.
  • Das „X“ als Zielgröße: Die Variable X steht für die Anzahl der Kirchen, deren reguläre Nutzung als Gemeindekirche beendet wird. Es geht um die Frage: An wie vielen Orten bündeln wir unsere Kraft, damit dort wieder echte Gemeinschaft und Strahlkraft entstehen kann?

Die Entscheidung

Von der Last zur Konzentration

Nach vielen Gesprächen in der Gemeinde, vier Gemeindeversammlungen und intensiven Beratungen in den Gremien (Kirchenvorstand und Pfarreirat) fiel Anfang 2025 die endgültige Entscheidung über den Wert von „X“.

 

Das „X“ = 4

Für folgende vier Kirchen wurde beschlossen, die regulären Gottesdienste und gemeindlichen Aktivitäten bis spätestens Advent 2026 einzustellen:

  • St. Martini, Crucis-Kirche, Schottenkirche und St. Georg.

Ab dem Hochfest Christkönig 2026 werden für die Pfarrei nur noch die drei Kirchen

  • St. Lorenz, St. Severi und St. Wigbert

als aktive Gemeindekirchen betrieben.

3plusWir

Geistiger Hintergrund

Seit Anfang 2025 wird der Prozess unter dem Namen „3plusWir“ weitergeführt. Dies markiert den Übergang von der schmerzhaften Phase des „Minus“ hin zur Gestaltung der Zukunft. Das „Wir“ steht für die Gemeinde, die sich nicht mehr über Steine definiert, sondern als Gemeinschaft, die an drei Orten konzentriert zusammenkommt.

Die „3“: Die geografischen und inhaltlichen Säulen (St. Lorenz, St. Severi, St. Wigbert). Das „WIR“: Symbolisiert das Miteinander von Gläubigen, Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen. Es betont, dass Kirche nicht „von oben herab“ passiert.

 

Die Steuerungsgruppe

Die Steuerungsgruppe „3plusWir“, bestehend aus Mitgliedern des Pfarreirates und des Kirchenvorstandes, kümmert sich aktuell primär um die zukünftige Nutzung der abgegebenen Kirchen. Im Herzen Erfurts versucht dieser Prozess, historische Tradition mit einer modernen Herangehensweise an den Glauben zu verknüpfen. Für die nicht mehr genutzten Kirchen verfolgt die Pfarrei verschiedene Strategien, zum Beispiel:

  • Übergabe: Suche nach anderen christlichen Gemeinschaften oder ökumenischen Partnern.
  • Umwidmung: Nutzung als Kulturkirchen, Ausstellungsräume, für soziale Projekte (Diakonie) oder andere kirchliche Zwecke.
  • Profanierung: Die Entwidmung und anschließende Nutzung durch Dritte in einem weltlichen Kontext.

Information von Donnerstag, 11. Februar 2026 zum weiteren Vorgehen im Prozess 3plusWIR – Crucis

Der Prozess 3plusWIR begleitet unsere Pfarrei seit 2024 auf einem Weg, der für viele schmerzhaft ist. In mehreren Pfarreiversammlungen, durch schriftliche Rückmeldungen und in den Gremien wurde intensiv beraten, welche Zukunft unsere sieben Kirchen haben können. Dabei wurden klare Entscheidungskriterien benannt: demographische und kirchliche Veränderungen, die Bedeutung für das lebendige Gemeindeleben, die finanzielle Tragfähigkeit sowie die jeweilige infrastrukturelle Situation.

 

Auf dieser Grundlage hat der Kirchenvorstand im November 2024 einen Zeitplan beschlossen. Bis zum Hochfest Christkönig 2026 bleiben alle sieben Kirchen regulär nutzbar. Ab diesem Zeitpunkt werden St. Lorenz, St. Severi und St. Wigbert als regelmäßige Gottesdienstorte bestehen bleiben. Für Crucis, St. Georg, Martini und die Schottenkirche endet die reguläre Nutzung.

 

Für die Crucis-Kirche ist bislang keine tragfähige Anschlusslösung gefunden worden. Zugleich ist sie ein Ort von besonderer geschichtlicher und geistlicher Bedeutung. Sie wurde bereits im 12. Jahrhundert erwähnt, im 18. Jahrhundert barock umgestaltet und besitzt bis heute eine weitgehend original erhaltene Ausstattung mit der bedeutenden Volckland-Orgel. Die bauliche Substanz ist grundsätzlich nutzbar, weist jedoch erheblichen Sanierungsbedarf auf, sowohl konstruktiv als auch technisch. Diese Realität gehört zur Ehrlichkeit des Prozesses.

 

In den vergangenen Wochen wurde vereinzelt die Behauptung geäußert, der Kirchenvorstand verfolge seit Jahren einen festen Plan, die Crucis-Kirche gezielt schließen zu wollen. Dem widerspricht der Kirchenvorstand ausdrücklich und deutlich. Die aktuellen Überlegungen sind Ergebnis eines breit angelegten Beteiligungsprozesses mit öffentlichen Versammlungen, klar benannten Kriterien und einem Zeitplan. Es gab keinen im Vorfeld feststehenden Beschluss zur Schließung einzelner Kirchen.

 

Um die Suche nach tragfähigen Konzepten zu erweitern, hat der Kirchenvorstand entschieden, die Crucis-Kirche öffentlich (im Internet) vorzustellen und aktiv nach Interessenten zu suchen. Hierzu wurde eine Anzeige vorbereitet, die ausdrücklich der Kontaktaufnahme und Ideensuche dient, nicht einer schnellen Entscheidung. Denkbar sind kulturelle, soziale, bildungsbezogene oder spirituell anschlussfähige Nutzungen sowie Kooperationen oder langfristige Modelle wie Erbpacht.

 

Wichtig ist: Dies ist eine Vorinformation. Die Anzeige auf kleinanzeigen.de wird frühestens in der Kalenderwoche 9 des Jahres 2026 veröffentlicht - auch weil noch wichtige Vorarbeiten dafür erledigt werden müssen. Uns ist wichtig, diesen Schritt nicht zuerst über die Öffentlichkeit zu gehen, sondern die Gemeinde vorab zu informieren.

 

Die Crucis-Kirche ist kein neutraler Raum. Sie ist geprägt von Gebet, Musik, persönlichen Lebensgeschichten und katholischer Tradition. Diese Würde bleibt Maßstab aller Überlegungen. Nutzungen, die dem christlichen Charakter widersprechen, kommen nicht in Betracht. Der gesamte Prozess wird ehrenamtlich getragen. Gespräche mit Interessenten, mit der Stadt Erfurt, mit Fachleuten und mit der Bistumsleitung erfolgen sorgfältig und Schritt für Schritt. Entscheidungen werden nicht übereilt getroffen.

 

Wir wissen, dass dieser Weg für viele mit Trauer, Sorge oder auch Unverständnis verbunden ist. Abschied braucht Zeit. Zugleich verlangt Verantwortung, Realitäten nicht zu verdrängen, sondern gestaltend mit ihnen umzugehen. Anregungen, Fragen oder Hinweise können weiterhin gebündelt werden über dreipluswir@stadtpfarrei.de.

 

Bitte begleiten Sie diesen Prozess weiterhin im Gebet, im Gespräch und mit Blick für unsere Pfarrei St. Laurentius.

 

Der Kirchenvorstand von St. Laurentius, 11. Februar 2026

Information von Donnerstag, 15. Januar 2026 zum allgemeinen Stand

Seit der Pfarreiversammlung im April 2025 ist einiges in Bewegung gekommen. Mit dem neuen Namen „3plusWir“ hat unsere Pfarrei St. Laurentius Erfurt deutlich gemacht, worum es in der nächsten Phase des Entwicklungsprozesses geht: nicht nur um den Abschied von vier Kirchengebäuden, sondern vor allem um das bewusste Gestalten eines neuen Miteinanders.

 

Für die drei Kirchenstandorte, die dauerhaft bestehen bleiben – St. Lorenz, St. Severi und St. Wigbert – werden derzeit erste Schritte unternommen, um sie künftig noch stärker gemeinsam zu denken und als tragendes Fundament der neuen Pfarreistruktur zu etablieren. Zugleich laufen intensive Überlegungen zur Zukunft der vier Kirchorte, die mit dem Hochfest Christkönig 2026 nicht mehr regulär für Gottesdienste genutzt werden sollen: St. Georg, Schottenkirche (Nicolai-Jacobi), St. Martini und St. Crucis.

 

Für drei dieser Kirchen – St. Georg, die Schottenkirche und St. Martini – gibt es mittlerweile jeweils zwei oder mehr ernsthafte und zum Teil sehr innovative Ideen für eine mögliche Nachnutzung. Diese reichen von einer Nutzung durch andere christliche Gemeinschaften über die Einrichtung eines Kolumbariums, die Umgestaltung zur Taufkapelle, die Einrichtung einer ökumenischen Jugendkirche bis hin zu Formen weltlicher Nutzung im Sinne unserer Pfarrei – etwa als offene Räume für Begegnung, Kultur oder stille Einkehr im städtischen Kontext.

 

Alle diese Ideen werden derzeit intensiv geprüft. Dabei werden Rechenbeispiele erstellt, Machbarkeitsstudien durchgeführt und Gespräche mit möglichen Partnern geführt – sowohl durch den Kirchenvorstand als auch durch die Interessenten selbst. Vor Ort finden Besichtigungen statt, es wird im kleinen und großen Rahmen beraten, ausgelotet, konkretisiert.

 

Auf Wunsch einiger Interessenten – und auch, weil es noch keine abschließenden Entscheidungen gibt – bitten wir um Verständnis, dass wir derzeit noch nicht öffentlich machen, wer sich für welchen Kirchort interessiert. Diese Zurückhaltung soll Raum für vertrauensvolle Gespräche und verantwortungsvolle Planungen ermöglichen.

Für die Kirche St. Crucis gibt es nach anfänglicher Hoffnung bislang noch keine konkrete Perspektive für eine Nachnutzung. Hier bleibt der Prozess offen – neue Ideen oder Hinweise auf mögliche Partner sind jederzeit willkommen.

 

Der Kirchenvorstand und die Steuerungsgruppe begrüßen ausdrücklich das Engagement aus den Kirchorten und der gesamten Pfarrei – sowohl in den Abschiedsplanungen an den betroffenen Kirchen als auch bei der Integration in die bleibenden Standorte. Es ist spürbar, dass vielerorts über den eigenen Tellerrand hinausgedacht und der Wunsch nach einem gemeinsamen Weg ernst genommen wird. Auch die Bereitschaft zum Dialog und zu Kompromissen verdient Anerkennung.

Sobald einzelne Planungen konkret, rechtlich gesichert und finanziell abgesichert sind, wird der Kirchenvorstand beginnen, über erste Nachnutzungskonzepte zu entscheiden – gegebenenfalls auch gestaffelt für einzelne Kirchen. So kann ein geordneter Übergang ermöglicht und frühzeitig Klarheit vor Ort geschaffen werden – auch mit Blick auf die emotionale und spirituelle Vorbereitung auf den Abschied.

 

Unverändert bleibt dabei das Ziel: Alle vier Kirchorte sollen zum 22. November 2026 (Christkönigssonntag) offiziell geschlossen und nicht weiter von der Pfarrei genutzt werden – unabhängig davon, wie weit mögliche Nachnutzungen zu diesem Zeitpunkt umgesetzt sind.

 

Der Kirchenvorstand von St. Laurentius, 15. Januar 2026

Kontakt zur Steuerungsgruppe „3plusWir“

Der Zukunftsprozess lebt vom Dialog zwischen Gläubigen, Ehrenamtlichen und Interessierten. Für Ihre Fragen und Anregungen steht Ihnen die Steuerungsgruppe gerne zur Verfügung.

Kontaktieren Sie uns direkt unter:

dreipluswir (at) stadtpfarrei.de